10 Energiespartipps für die Küche

In durchschnittlichen Haushalten wird etwa ein Drittel des gesamten Stroms in der Küche verbraucht. Große Küchengeräte wie Kühlschränke und Geschirrspüler sind bekanntlich besonders große Stromfresser, aber auch Kleingeräte wie Kaffeemaschinen verbrauchen teils beachtliche Mengen an Energie.

Mit unseren Energiespartipps für die Küche kannst du deinen Energieverbrauch einfach und effektiv reduzieren. So schonst du nicht nur deinen Geldbeutel, sondern gleichzeitig auch die Umwelt.

1. Hohe Energieeffizienz für einen niedrigen Verbrauch

Die meisten Elektrogeräte, die heute hergestellt werden, sind deutlich umweltfreundlicher als ältere Geräte. Der Austausch eines Küchengeräts, das älter als zehn Jahre ist, kann sich auf lange Sicht definitiv lohnen. Aufgrund der enormen Unterschiede im Strom- und Wasserverbrauch kannst du die Kosten für die Anschaffung häufig innerhalb weniger Jahre wieder einsparen.

Beim Kauf von Küchengeräten solltest du Wert auf eine möglichst hohe Energieeffizienzklasse legen. Seit dem Jahr 2021 werden Elektrogeräte in die Klassen A, B, C, D, E, F und G unterteilt. Die Energieklassen A+++, A++ und A+ sind somit nicht mehr aktuell. Geräte der Klasse A haben den mit Abstand sparsamsten Verbrauch, sind in der Anschaffung aber selbstverständlich teurer.

2. Das richtige Kochfeld

Da verschiedene Arten von Kochfeldern teils sehr unterschiedliche Mengen an Energie verbrauchen, kann es sich in einigen Fällen lohnen, einen neuen Herd anzuschaffen. Ältere Herde mit herkömmlichen Elektro-Platten heizen eher ineffizient und haben deshalb einen sehr hohen Stromverbrauch. Wenn du besonders stromsparend kochen willst, solltest du ein derartiges Gerät also nach Möglichkeit durch einen modernen Herd ersetzen.

Heutzutage sind Herde mit Glaskeramik-Kochfeldern am weitesten verbreitet. Diese arbeiten energiesparender als herkömmliche Elektro-Platten und sind mittlerweile zu günstigen Preisen erhältlich. Eine besonders nachhaltige Wahl stellen Induktions-Kochfelder dar, da diese im Vergleich zu anderen Kochplatten deutlich effizienter arbeiten. Induktions-Herde erzeugen die Hitze direkt im Topfboden mittels eines Magnetfeldes, wodurch keine Wärme an die Umgebung abgegeben wird.

Eine weitere sparsame Alternative zu Elektroherden sind Gas-Kochfelder, die mit Erd- und Flaschengas betrieben werden können. Da die Primärenergie des Gases unmittelbar zur Wärmeerzeugung genutzt wird, ist diese Art des Kochens besonders energiesparend. Ein Gas-Herd heizt sich innerhalb weniger Sekunden vollständig auf und kann schnell wieder abgestellt werden. Bei einem elektrischen Herd bleiben große Mengen an Nachwärme dagegen meist ungenutzt.

3. Jeder Topf hat seinen Deckel

Beim Kochen und Aufwärmen von Speisen solltest du immer einen Deckel in der passenden Größe verwenden, damit der Wasserdampf nicht ausweichen kann. Durch den heißen Dampf erwärmt sich der Inhalt des Topfes deutlich schneller. Deckel aus Glas bieten den zusätzlichen Vorteil, dass du sie nicht abnehmen musst, wenn du einen Blick ins Innere des Topfes werfen willst. Wenn du Wasser kochen willst, solltest du dem Herd jedoch lieber aus dem Weg gehen und stattdessen einen Wasserkocher verwenden. Dieser bringt das Wasser schneller zum Kochen und verbraucht deutlich geringere Mengen an Energie.

Um die Wärme des Herds möglichst effizient zu nutzen, solltest du beim Kochen zudem darauf achten, dass der Topf der Größe des Kochfelds entspricht. Wenn du Töpfe verwendest, die kleiner als die Kochplatte sind, wird die Wärme ungenutzt an die Luft abgegeben. Zudem solltest du nach Möglichkeit nur Töpfe verwenden, die einen geraden Boden haben und aus einem Material bestehen, dass Hitze gut leiten und speichern kann. Emaillierte Stahltöpfe und Töpfe mit einem Kupfer- oder Aluminiumkern im Boden ermöglichen besonders energiesparendes Kochen.

4. Umluft statt Ober- und Unterhitze

Das Backen mit Umluft ist im Vergleich zum Backen mit Ober- und Unterhitze deutlich sparsamer, da die Hitze dabei besser im Backofen verteilt wird. Beim Backen mit Umluft kannst du problemlos auch mehrere Backbleche zugleich nutzen. Die meisten Backöfen verfügen zudem über einen Nachlauf, durch den die warme Luft auch nach dem Abschalten in den Ofen gelangen kann. Du kannst den Ofen somit einige Minuten vor Ablauf der Backzeit abschalten und die verbliebene Nachwärme nutzen.

Beim Backen sollte die Backofentür nach Möglichkeit nicht unnötig geöffnet werden, da dabei ein großer Teil der Hitze entweicht und der Ofen erneut beheizt werden muss. Zudem kannst du auf das Vorheizen des Ofens in den meisten Fällen getrost verzichten - in der Regel gelingt der Kuchen oder Braten genauso gut, wenn er direkt in den kalten Ofen kommt.

5. Die richtige Kühlschranktemperatur

Um Lebensmittel kühl und frisch zu halten, ist es meist ausreichend, einen Kühlschrank auf niedriger Stufe zu betreiben. Viele Kühlgeräte sind deutlich kälter eingestellt, als es für eine hygienisch einwandfreie Kühlung nötig wäre. Die optimale Kühlschranktemperatur beträgt sechs oder sieben Grad. Jedes Grad darunter sorgt für einen deutlich höheren Energieverbrauch und somit unnötig hohe Stromkosten. Im Zweifelsfall kann ein Thermometer dabei behilflich sein, die Innentemperatur zu überwachen.

Kühlschränke und Gefriergeräte sollten nach Möglichkeit nicht neben einer Heizung oder neben dem Herd aufgestellt werden. In der Nähe von Wärmequellen benötigen die Geräte deutlich mehr Strom für die Kühlung. Zudem solltest du darauf achten, die Kühlschranktür so selten und kurz wie möglich zu öffnen, da dabei ein Teil der Kälte entweicht und der Kühlschrank diese erneut erzeugen muss.

6. Abtauen von vereisten Kühlschränken

Alte Kühlschränke haben oft einen enorm hohen Stromverbrauch und sollten nach Möglichkeit gegen ein neueres Modell ausgetauscht werden. Moderne Kühlschränke sind deutlich stromsparender und vereisen zudem nicht so schnell. Kühlgeräte, die über die sogenannte No-Frost-Technologie verfügen, musst du überhaupt nicht mehr abtauen. Ältere Geräte neigen dagegen besonders häufig zum Vereisen.

Wenn ein Kühlschrank Eis ansetzt, sollte er regelmäßig abgetaut werden, da vereiste Geräte deutlich mehr Strom verbrauchen. Insbesondere das Gefrierfach kann mit der Zeit vereisen und eine dicke Eisschicht bilden, die die Stromrechnung in die Höhe schießen lässt. Spätestens bei einer Eisschicht mit einer Dicke von etwa einem Zentimeter solltest du daher das Gefrierfach unbedingt abtauen.

7. Die sparsame Verwendung von Wasser

Es gibt zahlreiche Gründe, sparsam mit Wasser umzugehen. Ein unnötig hoher Wasserverbrauch schadet nicht nur dem eigenen Geldbeutel, sondern auch der Umwelt und damit unzähligen Lebewesen. In den meisten Haushalten wird in der Küche ebenso viel Wasser verbraucht, wie im Badezimmer - Wassermengen, die sich auf verschiedene Weise reduzieren lassen.

Alte Armaturen in der Küche haben meist einen enorm hohen Wasserverbrauch und sollten nach Möglichkeit gegen neue ausgetauscht werden. Durch den deutlich geringeren Verbrauch sind die Kosten für die Anschaffung in den meisten Fällen schnell wieder eingespart. Besonders umweltfreundlich sind Armaturen mit einem Wasserspar-Einsatz. Dieser lässt sich gegebenenfalls auch nachträglich in den Wasserhahn einbauen. Zudem lassen sich Wasserhähne mit einem Mengenregler ausstatten, der den Wasserverbrauch deutlich reduziert. Tropfende Wasserhähne sollten so schnell wie möglich repariert werden.

8. Geschirrspülmaschine statt Spülbecken

Da moderne Spülmaschinen sehr gründlich reinigen, ist das Vorspülen von Hand in der Regel auch bei starker Verschmutzung nicht mehr notwendig. Die meisten modernen Geschirrspülmaschinen verfügen zudem über einen Öko-Modus oder ein Sparprogramm. Das Spülen dauert in diesem Modus zwar etwas länger, spart dafür aber große Mengen an Strom und Wasser ein.

Die Verwendung einer Spülmaschine ist energiesparender als der Abwasch per Hand, insofern das Gerät voll beladen ist. Eine voll beladene Spülmaschine verbraucht durchschnittlich etwa 50 Prozent weniger Wasser und 30 Prozent weniger Strom als das Geschirrspülen im Spülbecken. Wenn du einzelnes Geschirr reinigen willst, solltest du dieses lieber manuell spülen. Falls du keinen Geschirrspüler hast, kannst du auch bei einem großen Abwasch jede Menge warmes Wasser einsparen, indem du einen Abflussstöpsel verwendest.

9. Kleine Küchengeräte für kleine Kosten

Wo immer es möglich ist, empfiehlt es sich, zum passenden Kleingerät zu greifen. Ein Toaster verbraucht deutlich weniger Strom als ein Backofen und ist zum Aufbacken von Brötchen daher die beste Wahl. In einem Eierkocher lassen sich Eier am einfachsten und sparsamsten zubereiten. Speisen lassen sich in der Mikrowelle bei 600 oder 800 Watt energiesparender erwärmen und garen, als auf dem Herd.

Die meisten kleinen Küchengeräte verfügen über einen Stand-by-Modus. Dieser führt dazu, dass sie auch dann Strom verbrauchen, wenn du sie gerade nicht benutzt. Durch die Verwendung von Steckdosenleisten mit Schaltern kannst du dem unnötigen Energieverbrauch aber ganz einfach ein Ende setzen.

10. Heizen und Lüften in der Küche

Eine Küche heizt sich beim Kochen und Backen in der Regel so stark auf, dass zusätzliches Heizen nicht notwendig ist. In der Küche kannst du die Heizung also auf eine niedrige Stufe einstellen oder sogar komplett ausschalten. Durch die Erhitzung von Herd und Backofen herrschen in der Küche selbst im Winter ohne Nutzung der Heizung meist angenehme Temperaturen.

Auch das richtige Lüften in der Küche kann zu einem niedrigeren Energieverbrauch führen. Statt das Fenster beim Kochen durchgehend gekippt zu lassen, ist es sinnvoller, es gelegentlich für einige Minuten komplett zu öffnen.

Bei einer Stoßlüftung wird das gesamte Luftvolumen im Raum innerhalb von etwa fünf Minuten ausgetauscht und Kochgerüche schnell entfernt. Wenn du bereits während des Kochens starke Gerüche loswerden willst, ermöglicht die Dunstabzugshaube eine effektive und sparsame Lüftung. Bei kurzem Kochen ist es jedoch in der Regel nicht notwendig, diese zu verwenden.

Fazit: Kleine Veränderungen können Großes bewirken

Mit unseren Energiespartipps für die Küche kannst du große Mengen an Strom und Wasser einsparen. Um die Stromrechnung effektiv zu reduzieren, reicht es meist schon, einige kleinere Veränderungen durchzuführen. Gerade bei Stromfressern wie alten Kühlschränken solltest du aber auch über einen Austausch gegen ein neues, energiesparendes Gerät nachdenken. Denn ein niedrigerer Stromverbrauch bedeutet zugleich auch eine geringere Umweltbelastung - du tust damit also nicht nur dir selbst, sondern der ganzen Welt etwas Gutes.