Infrarotheizung, Heizlüfter & Co. – Die besten Alternativen zur teuren Gasheizung

Seit vielen Monaten kennt die Preisentwicklung beim Gas nur eine Richtung – nach oben. Über den Sommer hinweg wurden die Gasspeicher gefüllt, aber dennoch läuft vielen Deutschen schon beim Gedanken an den Winter ein kalter Schauer über den Rücken. Was etwa, wenn die Preise durch zunehmende Knappheit weiter steigen oder der Gashahn gänzlich zugedreht wird?

Wer hier nicht in der kalten Wohnung sitzen möchte, sollte vorbereitet sein. Zum Glück gibt es einige Alternativen, die nicht gleich mit einem kompletten Umbau des Heizsystems verbunden sind. Wir stellen einige der cleversten Alternativen zur teuren Gasheizung vor.

So hat sich der Gaspreis in den letzten Jahren entwickelt

Lange Zeit war der Gaspreis stabil und auf einem Niveau, bei dem sich Verbraucher:innen keine Sorgen machen mussten. Wenn es Gaspreissteigerungen gab, dann fanden diese höchstens im Nachkommabereich statt. Auch der Anstieg der letzten Jahre selbst verlief immer sehr linear und flach. Im Januar 2021 kostete die Kilowattstunde Gas durchschnittlich etwa noch 4,4 Cent.

Bis zum Oktober 2021 kletterte der Preis konstant aber spürbar auf 6,6 Cent. Mit den zunehmenden Spannungen zwischen Russland und der Ukraine nahm der Gaspreis Fahrt auf. Schon zum Jahreswechsel waren rund 20 Cent pro kWh erreicht. Das entspricht immerhin mehr als einer Vervierfachung binnen zwölf Monaten.

Und wer dachte, dass dies das Ende der Fahnenstange sein sollte, hatte sich getäuscht. Nach einer kurzen Erholung im Sommer setzte der Gaspreis im Juli zu einem neuen Höhenflug an und erreichte in der Spitze rund 40 Cent pro kWh. Und ein Ende der hohen Kosten ist nicht absehbar. Im Angesicht dieser Preise sind günstige Alternativen für Wärme in den eigenen vier Wänden gefragt.

Wärme durch Heizlüfter

Heizlüfter sind transportable Heizgeräte, die direkt an das Stromnetz angeschlossen werden. Ihre Heizleistungen liegt je nach Modell zwischen einigen hundert Watt und ca. 2.500 Watt. Die Funktionsweise ist dabei denkbar einfach. Durch elektrischen Strom wird ein Heizleiter bzw. eine Heizspirale erhitzt. Die daran vorbeigeführte kalte Luft wird somit erwärmt und über einen Ventilator in den Raum geblasen.

Solange also nicht auch noch der Strom ausfällt, verspricht ein Heizlüfter wohlige Wärme. Kein Wunder, dass die Geräte im Preis mittlerweile ebenfalls massiv gestiegen und vielerorts bereits ausverkauft sind. Heizlüfter kommen normalerweise in Räumen zum Einsatz, die nur selten beheizt werden. Dazu zählen beispielsweise Garagen oder Gästezimmer. Als Notlösung bringen sie jedoch auch einige Vorteile mit. Dazu zählen unter anderem:

Klein und kompakt

Keine Heizungsrohre notwendig

Schnell verfügbare Wärme

Flexibel und mobil einsetzbar

Niedriger Anschaffungspreis

Leicht zu installieren

Viele Modelle sind über Zeitschaltuhren voreinstellbar

Heizlüfter haben auch deutliche Nachteile

Ein Heizlüfter ist zwar schnell aufgebaut und flexibel einsetzbar. Einen großen Nachteil hat er jedoch. Die Wärme wird hier aus elektrischem Strom gewonnen. Da es sich bei elektrischem Strom um eine höherwertige Energiequelle handelt, ist die Rückgewinnung von Wärme nicht nur teuer, sondern auch ineffizient und nicht gerade ökologisch.

Vor allem vor dem Hintergrund, dass auch der Strompreis stark steigt, wird die potenzielle Ersparnis häufig gänzlich aufgefressen. Darüber hinaus erzeugt der Ventilator einen unangenehmen Luftzug und auch die Geräusche des Gebläses können störend wirken. Gleichzeitig kann der Einsatz gleich mehrerer Heizlüfter in der Wohnung die Elektroinstallation an ihre Grenzen bringen.

Elektro-Radiator – Die mobile und leichte Elektro-Heizung

Schon auf den ersten Blick fällt der Unterschied zwischen einem Elektroheizlüfter und einem Elektro-Radiator auf. Der Elektro-Radiator ist im Grunde ein klassischer Heizkörper für den mobilen Einsatz. Dementsprechend ist auch die Funktionsweise eine völlig andere. Der Radiator zeichnet sich durch ein Wärmespeichermedium im Inneren aus.

Dabei handelt es sich entweder um Wasser oder um Öl. Mit Hilfe von Strom wird das Speichermedium erhitzt. Anschließend strömt es durch die Rippen des Geräts, wobei die Wärme an die Umgebung abgegeben wird. Elektro-Radiatoren haben typischerweise eine Leistung von ca. 2.000 Watt. Um einen Kubikmeter Raumluft zu heizen, sind rund 50 Watt nötig.

Ein durchschnittlicher Elektro-Radiator ist für einen 20 Quadratmeter großen Raum also absolut ausreichend. Der Elektro-Radiator bringt nahezu die identischen Vorteile mit wie der Heizlüfter. Gegenüber dem Heizlüfter besteht zudem noch der Vorteil der höheren Effizienz. Auch störende Geräusche gibt das Gerät durch den fehlenden Lüfter nicht von sich.

Elektro-Radiatoren – Anderes Prinzip, gleiche Nachteile

Im Quervergleich von Heizlüfter zu Elektro-Radiator hat der Radiator die Nase klar vorne. Das ändert jedoch nichts daran, dass beide Systeme auf den Energieträger Strom setzen. Damit eignen sie sich beide maximal für den kurzfristigen Einsatz auf beschränktem Raum. Um einen kurzfristigen Gasengpass zu überbrücken, nur wenige Räume im Haus zu heizen oder die Raumtemperatur auf einem erträglichen Niveau zu halten, sind die Geräte durchaus geeignet. Der dauerhafte Einsatz geht jedoch ins Geld und ist ebenfalls eine Belastung für die Elektroinstallation.

Infrarotheizung – Heizalternative mit vielen Vorteilen

Eine Infrarotheizung nutzt zwar ebenfalls elektrischen Strom, funktioniert jedoch gänzlich anders als Heizlüfter und Radiatoren. Ähnlich wie die Sonne sendet die Infrarotheizung elektromagnetische Wellen aus, die die Umgebung erwärmen. Wie unser Stern strahlt die Infrarotheizung die Energie in der Strahlungsrichtung gleichmäßig ab.

Sobald die Strahlen auf eine Oberfläche treffen, heizt sich diese auf und strahlt wiederum selbst Wärme ab. Klassische Heizkörper dagegen funktionieren nach dem Prinzip der Konvektion, also dem Erwärmen der Luft, die im beheizten Raum zirkuliert. Eine Infrarotheizung besteht meist aus einer massiven Platte samt Heizleiter, der sich erwärmt, sobald er unter Spannung steht. Eine einfache Haushaltssteckdose reicht für den Betrieb bereits völlig aus.

Besonders interessant an dieser Alternative sind die unterschiedlichen Bauformen. Neben aufstellbaren Infrarotheizungen auf Rollen sind auch Flächenheizungen in unterschiedlichen Größen verfügbar. Diese kannst du mit wenigen Handgriffen an der Wand oder der Decke festschrauben. Einige Hersteller bieten sogar Modelle in Form von Bildern oder Raumteilern an, die du als unauffällige Deko-Elemente im Raum platzieren kannst.

Weitere Vorteile von Infrarotheizungen

Da die Infrarotstrahlung nicht erst die Raumluft erwärmt, profitierst du direkt auf der Haut schnell von einem angenehmen Wärmegefühl. Dabei empfindest du die Wärme unabhängig vom Abstand von der Infrarotheizung überall im Raum gleich.

Beim Heizen mit einer Infrarotheizung entstehen keine Luftverwirbelungen, was die Staubbelastung im Raum sehr niedrig hält. Für Allergiker ist das besonders interessant.

Auch herrscht im Raum stets eine einheitliche Temperatur ohne Zugluft, was für eine besonders behagliche Wohnsituation sorgt. Hinzu kommt die von innen heraus empfundene Wärme, die entspannend wirkt und den Wohlfühlfaktor erhöht.

Da du die Wärmestrahlung der Infratorheizung direkt auf der Haut empfindest, reichen bereits niedrigere Raumtemperaturen aus, damit du dich wohlfühlst. Das senkt die Heizkosten nochmals.

Dank der gleichmäßigen Erwärmung von Decken, Wänden und Böden heizt sich die Bausubstanz gleichmäßig auf und speichert die Wärme. Diese Wärme wiederum wird mit einem zeitlichen Verzug wieder abgegeben. Das gleichzeitig trockene Raumklima hilft zudem, Schimmelbildung zu vermeiden. Da sich hier keine erwärmte Luft ausbreiten muss, gibt es keine feuchten Stellen.

Auch die Infrarotheizung hat Schattenseiten

Ebenso wie der Elektro-Radiator und der Heizlüfter hat auch die Infrarotheizung einen entscheidenden Nachteil: Auch die Infrarotheizung läuft mit elektrischem Strom, der ebenfalls immer teurer wird. Erschwerend kommt hinzu, dass es für Infrarotheizungen, anders als für elektrische Nachtspeicheröfen, keine vergünstigten Stromtarife gibt. Das Funktionsprinzip bringt zudem mit sich, dass die Raumtemperatur bzw. die gefühlte Temperatur nur sehr schwer zu messen und zu regeln ist. Das macht die Steuerung der Temperatur und damit auch der Heizleistung zu einer Herausforderung.

Was ist nun die cleverste Alternative?

Fakt ist: Eine Alternative für den Notfall in der Hinterhand zu haben, schadet garantiert nicht. Dabei haben alle drei Heizalternativen ihre Daseinsberechtigung. Der Heizlüfter ist die kurzfristige und günstige Alternative, um einen kurzen Zeitraum zu überbrücken oder einzelne Räume mit Wärme zu versorgen. Ein Elektroradiator dagegen eignet sich auch für größere Räume und den längeren Betrieb, wenngleich du auch hier die Stromkosten unbedingt im Auge behalten musst.

Die eindeutig cleverste Alternative ist jedoch die Infrarotheizung, die sich auch als integratives Heizsystem für das ganze Haus eignet. Wichtig: Wirklich Geld sparst du hier allerdings nur, wenn du die Infrarotheizung in Kombination mit einer eigenen Solaranlage und einem Hausakku kombinierst. Was das Raumklima und angenehme Wärme angeht, hat die Infrarotheizung ebenfalls klar die Nase vorn.

Fazit - Was also ist zu tun?

Parallel solltest du dir jedoch auch immer Gedanken darüber machen, wie du an anderen Stellschrauben drehen kannst. Um den Gasverbrauch zu senken, solltest du die Raumtemperatur etwas absenken. Jedes Grad weniger spart Energiekosten im Rahmen von gut sechs Prozent ein. Und einmal ehrlich: 20 statt 24 Grad in der Wohnung sind auch kein Drama.

Obendrein sparst du so sogar bis zu 25 Prozent Energiekosten. Kurzfristig ist also Gas sparen die oberste Devise. Gefolgt von der Notwendigkeit einer Backup-Lösung auf Elektrobasis. Angebliche Alternativen wie Elektrokamine, Teelichtkamine oder gar Ethanolkamine dagegen sind nicht zum Heizen geeignet.

Letztere sind sogar brandgefährlich im Dauerbetrieb. Wesentlich sinnvoller ist es, wenn du langfristig über einen Wechsel des Heizsystems nachdenkst. Holz, Pellets, eine Solaranlage oder Wärmepumpe sind langfristig interessante Alternativen. Sowohl aus kostentechnischer Sicht als auch aus ökologischen Gesichtspunkten.